INWOLE, Deutschland

Das Projekthaus ist ein selbstorganisiertes Zentrum, das alle Voraussetzungen für zivilgesellschaftliche Projektarbeit bietet. An einem Ort sollen die Lebensbereiche Arbeit, Bildung, soziales und politisches Engagement, Kultur und Wohnen miteinander verbunden werden. Die Hauptprojektbereiche sind im Moment außerschulische Bildungsarbeit, kreatives und handwerkliches Schaffen, solidarische Ökonomie, ökologische Bildung, internationale antirassistische Projekte, Integrationsprojekte.

Im Objekt gibt es ein gemeinschaftliches Wohnprojekt für die aktiven Mitarbeiter_innen und Büroräume für den Flüchtlingsrat Brandenburg und die Opferperspektive.

Das Projekthaus ist ein Ort für die praktische Umsetzung gesellschaftlicher Alternativen. Ein Ort, an dem wir beginnen können, ein soziales Zusammenleben und eine solidarische Gesellschaft / Welt möglich zu machen.

Nach mehr als 10 Jahren Vorbereitung wurde 2005 die Idee des Projekthauses Potsdam realisiert. Im Mai 2005 wurde ein Objekt für das Projektzentrum gekauft. Im Juni 2013 wird das 8-jährige Jubiläum begangen.

 

An dieser Stelle wollen wir über die Grundzüge der Konzepte informieren, unsere Ansätze zur Diskussion stellen und zur Nachahmung anregen.
Unsere Grundidee besteht darin, ein Projektzentrum mit Modellcharakter zu schaffen. Unser Konzept hat
zum Ziel, Modellen und neuen Lösungswegen für drängende gesellschaftliche und globale Probleme Raum
zu geben, sie zu erproben und in die öffentliche Diskussion einzubringen. Natürlich haben wir dabei vor
allem die Stadt Potsdam und die Region Brandenburg/Berlin, aber auch einen globalen Bezug im Blick.

In einem Mikromodell von Stadt sind die fünf zentralen Lebensbereiche Arbeiten, Kultur, Bildung &
gesellschaftliches Engagement sowie Wohnen mit einander verbunden. Das Projekthaus vereinigt in einem
Gebäudekomplex ein Projekthaus, ein Werkstatthaus und ein alternatives Wohnprojekt in mehreren
Gebäuden.

Gleichzeitig ist das Projekthaus aber auch ein geschützter Ort, an dem alle Generationen in einem Klima von
Offenheit, Toleranz und Solidarität leben können.

Gesellschaftliches Engagement: Als Projektaktive bringen wir uns aktiv und konstruktiv in gesellschaftliche
und globale Auseinandersetzungen der Gegenwart ein. Als Mitglied des Mietshäuser Syndikats schaffen wir
dauerhaft Gemeinschaftseigentum, sichern stabile soziale Mietpreise und finanzieren solidarisch neue
Projekte. Mit dem Bau eines Niedrigenergiehauses 2013 geben wir ein Beispiel für ökologisches soziales
Bauen. Im Projekthaus sind Menschen aus verschiedenen Ländern integriert – ein Modell für internationales
solidarisches Zusammenleben. In Projekten arbeiten Menschen aller Generationen miteinander. Wir
engagieren uns für eine neue soziale Gesellschaft mit Modellen wie dem Grundeinkommen. Der Charakter
des Projekthauses orientiert sich an „Sozialen Zentren“, wie sie in den letzten Jahren in vielen Ländern der
Welt entstanden sind: Als Zentren der Bemühung um eine gerechte und friedliche Zukunft für
alle Menschen auf dieser Erde.

Kultur und Bildung: Das Projekthaus konzentriert sich auf außerschulische, interkulturelle und
selbstorganisierte Bildung (auch in Kooperation mit Schulen). Hier haben Menschen die Möglichkeit, eigene
Formen von Bildung in praktischen Projekten auszuprobieren. Dabei wollen wir reformpädagogische und
interaktive Formen von Bildung aufgreifen und Angebote machen, aber auch viel Raum für eigene Ansätze
und Methoden schaffen. Das Projekthaus unterstützt diese Vorhaben mit Räumen, moderner Technik,
ReferentInnen und Projektberatung. Der Ansatz unserer Bildungsprojekte ist ganzheitlich: Jung und Alt
können zusammen und voneinander lernen, Theorie (Seminare) und Praxis (z.B. Werkstatt) gehören
zusammen, Menschen aus verschiedenen Ländern partizipieren voneinander. Internationale Projekte sind
ein Kernbereich unserer Arbeit. Menschen sollen im Projekthaus für das Leben lernen können: soziale
Kompetenzen, Anwendbarkeit, Kommunikationsfähigkeit, Problembewusstsein und ein humanistischer
Wertekanon sind für uns wichtige Bildungsziele.

Arbeit: Das Objekt bietet Raum für unterschiedliche Formen von Arbeit, auch neue Modelle können hier
ausprobiert werden. Wichtig ist uns die Mitarbeit von vielen Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen,
vor allem auch von benachteiligten Menschen (Menschen mit Behinderungen, Arbeitslosen, MigrantInnen).
Kooperation mit regionalem Kleingewerbe ist uns wichtig.
Der wichtigste Ort dafür ist das Werkhaus, das sich an den Ideen der „Häuser der Eigenarbeit“ (Verbund
offener Werkstätten) orientiert: Menschen aus dem Umfeld haben die Möglichkeit, nach eigenen Ideen,
Entwürfen und Arbeitsrhythmen zu arbeiten, sich mit Anleitung selbst zu helfen, allein und in der
Gemeinschaft aktiv zu sein, wiederzuverwerten statt wegzuwerfen, neue Einkommensmodelle zu entwickeln.
Wir schaffen Arbeitsplätze und binden viel ehrenamtliches Projekt-Engagement ein.

Wohnen: Wichtiger Teil des Projektzentrums ist ein Wohnprojekt, in dem 30-35 Menschen verschiedenste
Formen von Wohnen und Zusammenleben realisieren. Individuelle Wohnformen und gemeinschaftliches
Leben wird dabei kombiniert. Wichtig ist uns dabei die Aufhebung der Nutzungstrennung. D.h. Wohnen,
Arbeit, Werkstatt, Projekträume und Kultur sind integrativ verbunden und die Bereiche partizipieren
voneinander. Zudem ist das Projekt sozial-, generations- und kulturübergreifend. Internationale Mitwirkende
und viele Gäste sind ständiger Bestandteil des Projektes.