Garten des Monats/ Januar: Interkultureller Schul- und Integrationsgarten am Schlaatz, Potsdam

Bereits seit dem Jahr 2000 gibt es den Schul- und Integrationsgarten am Schlaatz. Er liegt in einem Wohngebiet mit Schulen, KITA`s, Wohnhäusern sowie Sport- und Spielplätzen. Hier kommen Menschen verschiedenster Nationen zusammen, z.B. aus der Ukraine, Moldawien, dem Kosovo, Vietnam, Ungarn, Rumänien und verschiedenen Ländern Afrikas. Sie alle haben gemeinsam den Garten gegründet, um hier Wurzeln zu schlagen.

Die Gründe für ihre Migration sind ebenso unterschiedlich wie die Menschen selbst. Aber eines verbindet sie. Sie möchten gern etwas mit ihren Händen tun, die Erde spüren und etwas wachsen sehen. So kann man an den vielen kleinen Beeten manchmal auch die Unterschiede der verschiedenen Nationen feststellen. Die einen pflanzen eher Zwiebeln, Bohnen und Kohl an, andere eher Erdbeeren, Blumen und Kartoffeln. Meist trifft man hier einzelne GärtnerInnen an, die sich um ihre kleinen Beete kümmern. Aber wenn am Nachmittag die Schulglocke läutet, wird es im Garten laut. Dann kommen die Schulkinder, die es gar nicht erwarten können den Garten zu erkunden, zu entdecken und selbst etwas zu pflanzen. oven place

 

Vor allem an den Wochenenden ist hier viel los, erst recht wenn der Backofen auf dem Gemeinschaftsplatz angeheizt wird. Ein besonderes Highlight sind die gemeinsamen Feste, wie das Frühlingsfest, das kurdische Neujahrsfest (Newroz) oder die Feste zur Sommersonnenwende und zum „Tag der offenen Gärten“. Dann wird gemeinsam gekocht, gegrillt, gebacken und gegessen. Der Gemeinschaftsgarten bildet ein Kleinod in einem Wohngebiet mit sozialem Brennpunkt und bietet einen Treffpunkt für Menschen der unterschiedlichsten Nationen und Generationen.

 

 

 

WIRECENTERLeider gibt es nicht nur Positives zu berichten. Es gibt Menschen, denen der Garten ein Dorn im Auge ist. Seit seiner Gründung ist der Integrationsgarten 6-mal verwüstet und das Gemeinschaftsgartenhaus niedergebrannt worden. Es handelte sich dabei eindeutig um rassistisch motivierte Straftaten. Deshalb steht der Garten jetzt auch unter polizeilicher Beobachtung, damit es nicht ein weiteres Mal dazu kommt.

 

 

Einen kleinen Einblick in den Garten gibt es hier zu sehen: